Kniegelenke und ihr Aufbau

Das Kniegelenk ist das größte Gelenk im menschlichen Körper. Alltagssprachlich ist meist nur von dem „Knie“ die Rede, wenn das Kniegelenk gemeint ist. Tatsächlich aber ist die Anatomie des Gelenks im Knie relativ komplex.

Im Kniegelenk treffen Oberschenkelknochen, Kniescheibe und Schienbein zusammen. Strenggenommen besteht das Kniegelenk aus zwei Teilen: dem Femoropatellargelenk (Kniescheibengelenk) zwischen Kniescheibe und Oberschenkelknochen sowie dem Femorotibialgelenk (Kniekehlgelenk) zwischen Schienbein und Oberschenkelknochen. Die Kniescheibe gleitet bei Beugung des Knies in einer Rinne auf dem Oberschenkelknochen entlang.
Die spezifische Anatomie des Kniegelenks ermöglicht eine hohe Belastbarkeit bei gleichzeitig hoher Flexibilität.

Das Kniegelenk wird von verschiedenen Bändern, Sehnen und Muskeln zusammengehalten. Am bekanntesten sind die Kreuzbänder, von denen es zwei gibt, ein vorderes und ein hinteres. Sie dienen dazu, das Kniegelenk auf einer horizontalen Achse zu stabilisieren. Weiterhin gibt es die Seitenbänder, die auf der Innen- und Außenseite des Knies verlaufen und die auch als „Außenband“ und „Innenband“ bekannt sind. Gerade diese Bänder können leicht überdehnen, anreißen oder sogar komplett reißen. Auch andere Bänder und Sehnen im Kniegelenk können freilich geschädigt werden. Das gesamte Kniegelenk mit Bändern und Sehnen ist eingebunden in das System der Muskeln, das zusätzlich für Stabilität und Flexibilität sorgt. Acht Muskeln arbeiten am Kniegelenk, die teilweise noch in verschiedene Teilmuskeln unterteilt werden können.

Alle Muskeln bestehen aus Muskelfasern und sind von einer bindegewebigen Hülle umgeben, den Faszien. Am oberen und unteren Ende jedes Muskels verläuft eine Sehne, die den Muskel mit dem Knochen verbindet. Der Muskelbauch dazwischen besteht aus quergestreiften Skelettmuskelzellen; sie können willentlich gesteuert und zusammengezogen werden. Die Muskelzellen sind in Faserbündel zusammengefasst, die wiederum von Bindegewebe umschlossen sind. Zwischen den einzelnen Faserbündeln verlaufen die Blutgefäße. Der Aufbau der Muskeln am Knie unterscheidet sich nicht von der restlichen Skelettmuskulatur.

Die Gelenkkapsel stabilisiert das Kniegelenk und umschließt es, so dass es eine abgeschlossene, mit Gelenkflüssigkeit gefüllte Höhle formt.  Diese Gelenkflüssigkeit nährt eine Knorpelschicht, die überall dort zu finden ist, wo sonst Knochen bei Beugung und Dehnung direkt aneinander reiben und abnutzen würden. Die Knorpelschicht ist mehrere Millimeter dick und fungiert außerdem als eine Art Stoßdämpfer.
Als weitere Stoßdämpfer fungieren auch die beiden Menisken (Innenmeniskus und Außenmeniskus), die aus Bindegewebe und Knorpel bestehen. Die Menisken sind Zwischengelenksscheiben, die zwischen Oberschenkelknochen und Schienbein liegen. Sie gleichen die Inkongruenzen (Deckungsungleichheiten) des Oberschenkelknochens und des Schienbeins aus und sorgen damit für einen Lastverteilung. Der Meniskus wird besonders stark belastet, wenn das Kniegelenk gedreht oder gebeugt wird. Daher entstehen Schäden am Meniskus oft als Sportunfälle bei Sportarten, die eine schnelle Reaktion aus den Beinen und Knien heraus erfordern – beispielsweise Tennis. Doch auch das Arbeiten auf den Knien kann dem Meniskus stark zusetzen.

Wodurch werden Knieprobleme begünstigt?

Häufige Beschwerden sind Verschleißerscheinungen (Arthrose). Sie stellen sich mit fortschreitendem Alter häufig ein, auch dann, wenn keine außergewöhnlichen Belastungen vorliegen.

Bei jüngeren Menschen sind die Ursachen einer Arthrose meist in Überbeanspruchungen des Gelenks oder in Fehlbelastungen zu suchen. Diese können durch intensive sportliche Aktivitäten entstehen, aber etwa auch bei der Arbeit, wenn das Knie im Beruf besonders belastet wird.

Letzteres ist insbesondere bei Berufen der Fall, die überwiegend im Stehen ausgeübt werden oder die häufiges Tragen schwerer Gegenstände erfordern. Tennis, Squash, Joggen oder Skifahren sind Beispiele für Sportarten, bei denen das Knie besonders belastet wird. Hier ist auf eine knieschonende Technik zu achten.

Neben den bereits genannten Faktoren ist auch Übergewicht ein Risikofaktor, der Knieprobleme begünstigt. Eine Gewichtsreduktion ist dann angezeigt. Sind noch keine bleibenden Schäden am Kniegelenk entstanden, können die Probleme mit dem Knie durch eine Gewichtsreduktion oft sogar behoben werden.

Was tun, wenn das Kniegelenk schmerzt? Wie werden die Schmerzen behandelt?

Dass das Kniegelenk ab und an ein wenig schmerzt, ist noch kein Grund zur Beunruhigung. Treten die Schmerzen allerdings regelmäßig bei Belastung auf oder verschwinden nicht wieder von selbst, ist ein Arztbesuch ratsam.

Der Arzt stellt mithilfe einer Anamnese, also der Erhebung der Krankengeschichte, einer gründlichen körperlichen Untersuchung und oft unter Zuhilfenahme bildgebender Verfahren, wie z.B. Röntgen oder Magnetresonanztomographie (MRT), eine Diagnose. Auf die Diagnose folgt die Wahl der passenden Behandlungsformen – meist wird eine Kombination aus mehreren Behandlungsformen gewählt.

Gängige Behandlungsmethoden sind zunächst die Gabe von Medikamenten zur Reduktion des Schmerzes und zur Linderung und Bekämpfung eventuell vorhandener Entzündungen. Bewegungstherapie und Physiotherapie sind ebenfalls häufig gewählte Behandlungsmethoden. Liegen keine schweren Schäden am Kniegelenk vor, lassen sich die Beschwerden damit oft schon erfolgreich behandeln. Auch orthopädische Hilfsmittel wie Bandagen können sich bewähren, um das Gelenk zu schonen und zu stabilisieren. All dies sind so genannte konservative Methoden. Das bedeutet: Sie zielen darauf ab, das Kniegelenk zu erhalten und soweit wie möglich seine Funktionsfähigkeit wiederherzustellen.

Können Beschwerden mit dem Kniegelenk auf diese Weise nicht behoben werden, gibt es eine Reihe von operativen, teilweise minimalinvasiven Verfahren, welche die Funktionalität des Knies wieder verbessern sollen. Ob eine Operation notwendig ist, hängt von der Schwere des Schadens ab. Manche Schäden können nur noch operativ behandelt werden. Grundsätzlich aber gilt: Wenn möglich, wird eine Operation vermieden. Die letzte Option der Behandlung ist schließlich der Ersatz des Kniegelenks durch ein künstliches Kniegelenk.

Wie kann Ihnen Knorpelexperte.de bei Beschwerden mit Ihrem Kniegelenk weiterhelfen?

Wir sind die Experten rund um das Thema Knorpel im Kniegelenk. Neben breiten Informationen zu vielen Themen rund ums Knie, die Sie auf unsere Seite finden können, haben wir für Sie einen einfachen Test bzw. Konfigurator entwickelt. Damit können Sie durch Beantwortung weniger Fragen herausfinden, welche Therapie für die Behandlung Ihres Knorpelschadens geeignet sein könnte. Natürlich ersetzt unser Test nicht den Besuch beim Facharzt. Er soll aber eine Orientierung bieten, welche Behandlung mit Ihren persönlichen Wünschen und Zielen am ehesten übereinstimmen könnte.

Drei unterschiedliche Lösungen für Ihr Kniegelenk

Bei Knorpelschäden, die eines Eingriffs bedürfen, gibt es im Wesentlichen drei verschiedene Optionen: die Mikrofrakturierung, die Autologe Knorpel-Knochen-Transplantation und die Knorpelzell-Transplantation. Auch wenn alle drei Methoden der Behandlung von Knorpelschäden dienen, unterscheiden sie sich, etwa in der Schwere des Eingriffs, in der Dauer des anschließenden Rehablitationsprogramms un den zu erzielenden Ergebnissen.

Bei der Mikrofrakturierung werden winzige Löcher in den Knochen unter der geschädigten Stelle des Knorpels gebohrt. Dadurch dringt Blut in die geschädigte Stelle. Dieses Blut enthält Zellen, aus denen sich ein knorpelähnliches Gewebe bildet, dass den Defekt auffüllt. Der Vorteil dieser Behandlung ist, dass das Verfahren in einem einzigen Eingriff gemacht wird. Ein Nachteil: Sie eignet sich nur für kleinere Defekte.

Bei der Autologen Knorpel-Knochen-Transplantation wird ein Stück gesunden Knorpels aus einem Gelenkbereich entnommen, der weniger starken Belastungen ausgesetzt ist. Dieser ausgestanzte Zylinder wird in die Lücke eingesetzt, aus der zuvor das geschädigte Knorpelgewebe ausgestanzt wurde. Der Vorteil dieser Methode liegt darin, dass die transplantierten Knorpelzylinder über die Knochenheilung gut integriert werden. Für größere Defekte eignet sich diese Methode jedoch ebenfalls nicht.

Die dritte Behandlungsoption ist die Knorpelzell-Transplantation. Die Behandlung einschließlich Reha erstreckt sich hier etwa über ein Jahr. Diese Methode bedarf zwei zweier Eingriffe, allerdings können mit dieser Methode auch größere Defekte behandelt werden.
Bei der Knorpelzell-Transplantation wird im Labor aus körpereigenen Knorpelzellen neues Knorpelgewebe gezüchtet und anschließend in die geschädigte Stelle transplantiert. Der neugebildete Knorpel ist hyalin-ähnlich, kommt also der Struktur und Beschaffenheit des ursprünglichen körpereigenen Knorpels sehr nah.

Individuelle Lösung für Ihr Kniegelenk

Sie suchen noch nach der richtigen Behandlungsmethode für den Knorpelschaden an Ihrem Kniegelenk? Dann nutzen Sie doch einfach unseren Test. Mit der Beantwortung von nur drei Fragen kommen Sie zu einer ersten individuellen Einschätzung, welche Methode zur Behandlung des Knorpelschadens an Ihrem Knie geeignet sein kann. Zu allen Behandlungsformen bieten wir zudem weiterführende Informationen – damit Sie gut vorbereitet in die Besprechung mit dem Facharzt gehen können.

Tipps, um Schmerzen im Kniegelenk vorzubeugen

Schmerzen im Kniegelenk müssen nicht sein. Mit guter Vorbeugung kann man die Knie lange gesund erhalten und beschwerdefrei bleiben.

Auch die richtige Körperhaltung im Alltag kann viel zur Gesunderhaltung des Kniegelenks beitragen. Das gilt beispielsweise, wenn Sie in einem Beruf arbeiten, in dem Sie viele kniebelastende Tätigkeiten ausüben. Übergewicht ist eine große Belastung für die Kniegelenke. Daher tun Sie auch mit einer ausgewogenen Ernährung und einem gesunden Gewicht Ihren Gelenken Gutes.

Frauen sollten bevorzugt flache Schuhe tragen, denn auf Dauer kann auch das Tragen hoher Absätze starke Gelenkbeschwerden hervorrufen.

Am besten beugen Sie Schmerzen und Problemen mit dem Kniegelenk also vor, indem Sie sich gesund und ausgewogen ernähren, für ausreichend Bewegung sorgen, ohne es zu übertreiben, und generell auf Ihre Körperhaltung achten.